Baden - literarischer Paradiesgarten

Freitag, 27.10.2017  um 20:00 Uhr in der Mediathek Müllheim:

Abendliche Einführung „Literatur aus Baden und Umland“ mit Cechov, Hebel, Wohmann,  Schickele, Hoffmann, Bedford, Faber, Hesse und Strauß,

kompetent vorgetragen von Dr. Stefan Winter. Weinauschank: Bio-Weingut Rieger aus Betberg

 

Baden versteht sich aus der Geschichte heraus als Bindeglied zwischen Frankreich und Deutschland, europäisch orientiert und fern nationalistischer Ideologien, im Lebensgefühl liberal mit eher konservativen wie auch ökologischen Grundwerten. Müllheim ist auch der Ort der badischen Republik von 1849 mit Hecker und Struve, auch Carl Schurz, als tatkräftige Anhänger einer Demokratie.

Die liebliche Landschaft an den Hängen der Vogesen und dem Schwarzwald inspirierte aber ebenso viele Schriftsteller, in Badenweiler oder Staufen, zu bedeutenden Werken, teil humoristisch gefärbt und gelegentlich malerisch in den Naturbeschreibungen, oft poetisch in der Manier. Wir beginnen mit Anton Cechovs Künstlertragödie „Die Möwe“ und beschreiben seine letzten Wochen mit seiner Lebensgefährtin Olga Knipper in Badenweiler. Der kultivierte Kurort findet seine Wiedergabe in den europäischen Visionen Rene Schickeles „Himmlische Landschaft“ und in dem großartigen kulturgeschichtlichen Essay von Gustav Faber „Badenweiler- ein Stück Italien auf deutschem Grund“. Ergänzende beschäftigen wir uns mit Hermann Hesses Erzählung „Haus zum Frieden“ und Gabriele Wohmanns „Der Flötenton“. Die heiter erotische Novelle von Emil Strauß „Der Schleier“ mit dem überraschenden Ausgang von Liebesirrungen durch das Einschreiten einer klugen Frau steht neben der Schilderung des Lebensschicksals des Doktor Faustus anhand des aus dem 16. Jahrhundert stammenden Volksbuchs, wo die Stadt Staufen eine besondere Bedeutung erlangt. Am Ende gedenken wir dem pädagogischen „Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann, der auch hier in der Landschaft verwurzelt ist. Sybille Bedfords „Zeitschatten“ dient neben der Schilderung von Feldkirch auch als Wiederentdeckung einer interessanten Schriftstellerin. Und gar nicht fehlten dürfen, immer wieder als reizvolle Unterbrechung dienend, die „Kalendergeschichten“ des Johann Peter Hebel, erbaulich und schalkhaft zugleich.

 

Dozent Dr. Stefan Winter

 

1954 geboren in Berlin-Loest

abgeschlossenes Studium an der Freien Universität Berlin in Geschichte und Germanistik

seit 1987 an der Münchner Volkshochschule (Literatur)

seit 1992 an der Filmhochschule Babelsberg-Potsdam (Literatur und Film)

seit 2003 an den Amerikahäusern, z.B. Nürnberg, Stuttgart

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